Weinjahrgang 2011 in Baden

Mit einem kalten Januar, mit viel Schnee und Regen, einem trockenen und warmen Februar, gefolgt von einem wiederum sehr trockenen und kalten März, starte das Jahr 2011.  

Außergewöhnlich sonnenreich, warm und trocken präsentierte sich der April, was einen nahezu explosionsartigen Rebenaustrieb zur Folge hatte, was selbst ältere Winzer in dieser Form selten erlebt hatten.

In der ersten Dekade des Monats April war in Badens Rebflächen bereits das 2.-3. Blattstadium erreicht. Dies war mit gut 14 Tagen Vorsprung, der früheste Austriebstermin seit dem Jahre 1976. Der Monat April brachte kaum ein Drittel der langjährigen Wassermenge.

Bis Anfang des Monats Mai konnte das 8.-10. Blattstadium beobachtet werden, bei allerdings weiterer, äußerst defizitärer Niederschlagssituation. Katastrophale Auswirkungen bis -6°C hatten die Frostereignisse vom 3. – 5. Mai im Bereich Tauberfranken, welche die dortige Ernte nahezu vollständig vernichtete.

Bei anhaltender Trockenheit, welche die Dauerkultur „Rebe“ mit Ausnahmen von einigen Junganlagen sehr gut verkraftete, ging die Rebentwicklung rasant weiter. Die ersten offenen Blüten konnten in frühen Lagen bereits um den 15. Mai beobachtet werden.

Eine geringe Entspannung, durch nicht allzu üppig einsetzende Niederschläge, bei hohen Temperaturen, sorgte für eine rasant einsetzende Rebblüte, welche um den 25. Mai bereits abgeschlossen war.  Ein im Vergleich zum langjährigen Mittel nahezu 3-wöchiger Vegetationsvorsprung.

Landregen, Anfang des Monats Juni, sorgte weiterhin für einen weiteren beschleunigten, positiven Vegetationsverlauf, bei bemerkenswertem Gesundheitszustand der Trauben sowie der Laubwände. In exponierten Lagen konnte am 10. Juni bereits der Traubenschluß beobachtet werden, was bereits einen außergewöhnlich, frühen Lesetermin erwarten ließ.

Weiterhin ausreichende Niederschläge im Juli, haben bis zur Monatswende Juli/August den großen Entwicklungsvorsprung von gut 2 Wochen aufrechterhalten, so dass die Bodenwasserversorgung auch weit über den Monat  August hinaus ausreichte.

Diese Wachstumsbedinungen brachten in den Badischen Rebflächen auch eine mengenmäßige Zunahme der Traubenerträge mit sich.

Massive Hagelunwetter in der mittleren Ortenau und der südlichen Markgrafschaft, kurz vor Herbstbeginn, trüben die Erntebilanz in Baden, neben den Frostschäden in Tauberfranken, weiterhin ein.

Frühreifende Rebsorten, zur Produktion von Federweißem, wurden bereits zur Monatsmitte August geerntet.

Die Ernte der Rebsorte Müller-Thurgau und somit der Startschuss zur Hauptlese folgte zum Monatsende August. Rasch nachfolgend werden die weißen Burgundersorten, sowie Blauer Spätburgunder, aufgrund deutlich abnehmender Säurewerte und damit steigenden pH-Werten folgen.

Im Allgemeinen ist die Traubengesundheit gut. Die zurückliegenden Niederschläge und die hohe Luftfeuchte, in Verbindung mit hohen Temperaturen, bedingten zwangsläufig die Gefahr eines hohen Fäulnis-Drucks.

Die derzeit kühlen Nachttemperaturen entspannen diese Situation jedoch deutlich.

Nach derzeitigen Schätzungen dürfte die Erntemenge in Baden bei ca. 95 hl/ha liegen, was einer Mosteinlagerung von 1,4 Mio. Hektoliter entspräche.

Somit dürfen Badens Winzerinnen und Winzer einen qualitativ hochwertigen und mengenmäßig notwendigen Jahrgang 2011 erwarten.

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